Es gibt da diesen Platz, diesen ganz besonderen. Nicht nur in meinem Herzen, wo jeder liebe Mensch ein Stück Wiese zum in der Sonne liegen hat, sondern auch außerhalb meines Körpers, in meiner Umgebung. In meiner Heimat.

Diese Stille

Es sind Orte, an die ich manchmal gehe. Meist allein. Manchmal, wenn ich traurig bin. Manchmal voller Euphorie. Manchmal einfach so, weil grad Zeit ist. Und wenn ich dort bin – ohne Handy – fühle ich mich angekommen. Das sind selten Orte, wo viele Menschen sind. Ich suche immer eher die Stille, vielleicht, weil mein Kopf oft sehr laut ist. In der Stille kann ich nicht mehr weglaufen. Mich nicht verstecken oder den Krach in mir – die ToDo-Listen, die Verantwortung, die Arbeit, all die Aufgaben – mit äußerem Lärm übertönen. An diesem Ort sind dann nur ich und alles, was da so in mir los ist.

Und dann höre ich zu. Ich lausche der Stille der Umgebung und höre den Sturm in mir toben. Das ist nicht immer angenehm und oft wünschte ich, alles ausstellen zu können. Aber so funktioniert es eben nicht.

Das Wundervolle an unserer Altmark ist, dass es solche Orte zu Hauf gibt. Und sie warten nur darauf, uns mit ihrer Stille zu empfangen und mir und dir Zeit zum Zuhören zu schenken. Von der Schönheit dieser Orte ganz abgesehen.

Altmärkischer Charme

Ich liebe dieses unscheinbare Geländer in Charlottenhof. Ich finde diese Ansammlung von Altmetall und Rost sogar so schön, dass ich hier ein ganzes Jahr lang mal jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit ein Foto gemacht und alle Bilder zu einem Video zusammengeschnitten habe. Die Wiese drum herum wird nur einmal im Jahr gemäht, sodass sie in Frühling und Sommer voller Vielfalt floriert. (Voller Vielfalt floriert – sag das dreimal laut hintereinander). Und im Winter gefriert der Morgenfrost wie ein Kristallteppich auf den kleinen runden Moostupfen. Irre. Echt.

Ich mag den Wald hinterm Reiterhof in Stendal. Seine Bäume ragen majestätisch rechts und links des Weges auf und scheinen in den Baumkronen miteinander zu verwachsen, als könnten sie die Finger nicht voneinander lassen. Als wären sie in den letzten hundert Jahren zu einer Familie geworden. Und vielleicht sind nicht nur die Baumkronen miteinander verbunden, sondern auch die Wurzeln, die sich unter der Erde heimlich berühren und nonverbal miteinander kommunizieren.

Ich mag die Industriestraße an der Tanzschule in Stendal, weil man da super Longboard fahren kann. Glatter Beton und hohe Bäume. Mir ist allerdings noch nie ein anderer Longboardfahrer entgegengekommen. Vermutlich gibt es also noch viel schönere Strecken zum Boarden, die ich bislang nicht entdeckt habe.

Ich gehe gerne in die Bibliothek, hauptsächlich wegen der Ruhe. Große Ansammlungen von Büchern geben mir das Gefühl, Zugang zu hundert Leben und tausend Welten zu haben. Die Räume sind bis zur Decke angereichert mit Wissen und Erkenntnis, neuen Horizonten und Perspektiven. Als hielten sie die Antwort auf jede Frage bereit. Gesunder Input statt social Schrott.

Und im Frühling liebe ich jeden Baum, der genau in dem Moment, wo ich ihn ansehe, zweihundertdreiundachtzig Blüten verliert und zur Erde tanzen lässt. Danke, Wind.

Wo bleibt der Kuchen?

Ja, das wäre gemein, wenn in der Überschrift etwas von Kuchen steht und ich gar keinen erwähne. Also, wo gibt es eigentlich den leckersten Kuchen in der Altmark außer bei dir zu Hause? Ich mag den Kuchen vom Bauernladen in Tangermünde, da ist so schön viel Butter drin. Und den Hefekuchen im Le Petit. Mit Eis oben drauf.

Beim Kuchenessen können wir auch so herrlich still sein und uns all den Zucker, die Kohlenhydrate und das klebrige Gluten so richtig genießerisch auf der Zunge zergehen lassen. Dann macht der Sport abends gleich doppelt viel Spaß. Aber lass uns nicht vom Wesentlichen abschweifen: deine Kuchenempfehlungen dürfen gern in die Kommentare. Wo kaufst du gerne Kuchen? Wo wird er noch selbst gebacken? Wo schmeckt er dir am besten? Und wo sitzt du am liebsten beim Kuchenessen? Drinnen? Draußen? Auf dem Fußboden oder im Gras? Ich futtere mich dann demnächst kuchentechnisch durch die Altmark.

Denn weil ich – genau wie du vielleicht – eben auch meine festen Wege im Alltag habe, kenne ich so viele schöne Orte und schmackhafte Kuchen noch nicht. Orte und Torten, die du liebst. Lieblingsplätze, die du bewusst oder unbewusst besuchst. An denen du dich zuhause, angekommen und aufgehoben fühlst. An denen du deinen Lieblingskuchen mit einem Seufzen verspeist. Und ich würde sie gerne kennenlernen. Vielleicht magst du mich (und den einen anderen, der hier noch mitliest) an deinen Lieblings(t)orten teilhaben lassen.

 

Lass ma' quatschen!

 

Deine Maria


Über den Autor

Schriftstellerin, Stendal

Hi, ich bin Maria. Lass uns beim Du bleiben. Ich wurde 1984 in Havelberg geboren, bin in einem liebevollen Elternhaus aufgewachsen und war schon als Kind kunstvernarrt. Heute wohne ich in Stendal, arbeite in Tangermünde und bin mit dem Kopf so oft es geht in den Wolken. #farbenfrohundnonkonform

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